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Ängste

  • Autorenbild: lustigesauswandern
    lustigesauswandern
  • 29. Dez. 2023
  • 3 Min. Lesezeit


Ich es ist zwischen Weihnachten und Neujahr. Im Februar auf März, noch vor Saison beginn, mache ich mich auf den Weg in Richtung Norden. Ich bereite mich und mein Equipment schon seit Frühlich diesen Jahres darauf vor, für eine lange Zeit meine Heimat zu verlassen und mir mit meinen Hunden eine neue zu suchen.


Ich habe Ängste. Diese kommen immer mal wieder bei Recherche vor. Aber auch bei Leuten die sich mit mir unterhalten. Ich bekomme dann diese typischen Fragen, die immer alles in Frage stellen. Wie ist das mit Arbeiten? Kommst du allein zurecht? Was ist da besser als hier?


Die Ängste die ich habe sind die, die ich bei Abschieden habe. Beim verlassen und zurück lassen von Menschen, Tieren und auch Gegenständen, wie Gärten, Bäumen und Häuser.

Sie machen mich kribbelig und bereiten mir Magenschmerzen.

Ich habe auch Angst davor, nicht akzeptiert zu werden. Nicht von den norwegischen Behörden für vollgenommen zu werden.


Ich bin Deutscher. Das ist keine Eintrittskarte für alles. Das ist manchmal eine Bürde die man mit sich trägt.

Zum ersten, ich bin Mittellos. Ich habe keinerlei Reserven für irgendwas.

Zum zweiten, ich unternehme dies nicht alleine, ich trete dies mit zwei Hunden an.

Zum dritten, es kann immer was schief gehen.


Ich bin Flüchtling. Das man nach Deutschland flüchtet hört man oft. Dass man aus Deutschland flüchtet eher selten.

Ich bin Opfer einer Gesetzeslücke und einer Versicherung, die nicht zahlt.

Ich hatte lange Schmerzen und war nicht in der Lage für körperliche und geistige Aufgaben.

Ich habe das Warten satt, dass man mich und meiner Situation über Gerichte, nach bald 7 Jahren aus dem unverschuldeten Loch heraus holt.


Ich bin mutig. Das war ich schon immer. Zu jeder Angst, gehört es auch, sich dieser zu stellen.

Mutig ist wenn man Angst hat und trotz dieser geht.

Wenn man Dinge durchsteht, die andere nicht durchgestanden hätten.

Überlegt handeln, statt dumpfes reinrennen und sich oder andere Schaden zufügen.


In baldiger Zukunft steht mir bevor, nicht zu erfieren, nicht zu vergammeln, nicht zu verhungern, nicht zuschaden kommen, sich allein neu aufbauen und vieles mehr.


Dagegen halte ich mit, Wissen, bedacht sein, Geschick in Dingen wie Gesetzgebung in Norwegen, offen gegenüber allen Neuen Dingen, Überlebenskünste und allen anderen Dingen die in mir stecken.


Ich beruhige meine Ängste damit, dass ich hier, wo ich bin, einen entscheidenen Vorteil habe. Das ist, ich kann die Sprache. Aber was bringt mir die Sprache, wenn alles andere "ersetzbar" ist.


Der Gedanke auszuwandern ist schon seit circa 25 Jahren in mir. Damals war es Dänemark. Nach dem ich Dänemark gesehen habe, war es mir zu flach. Und als ich meine Wohnung 2019 verloren habe und ich alles verkaufte und einfach nach Norden gefahren bin, bis ich in der Mitte von Norwegen im "Nichts" war, habe ich gefunden wovor meine Ängste mich da verdrängt haben. Damals waren meine Ängste die selben, die ich heute vor Norwegen habe.

Abschied nehmen, Verhungern, Wohnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit.


Was mich jetzt von damals unterscheidet ist, dass man auf Grund meiner Mittellosigkeit, meine Krankenversicherung mich anzeigt, weil ich keine Beiträge zahlen kann. Dass ist so schlimm und weit gekommen, dass sich ein Gericht mit einer Strafe für mich auseinandersetzt.


Damit reicht es mir und ich muss diesen Platz verlassen. Hier möchte man mir nichts mehr Gutes und ich habe auch kein Interesse diesem Platz etwas Gutes zutun.

Dafür schreibe ich diesen Blog. Er soll auch zeigen, dass man nicht immer die Wahl hat. Dass es ernste Hintergründe geben kann, die für Wandel sorgen. Mein Wandel, dass ich damals aus Norwegen wieder kam war, dass ich geglaubt habe, meine Freundin sei noch meine Freundin. Dass man mir zeitnah aus meinem Loch mit Hilfe von Recht helfen würde.

Seit 2020 sitze ich nun in einer Warteschleife. Was ich in dieser alles erlebt habe berichte ich in einem anderen Kapitel.


Ein Zitat zum Schluss


„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Erkenntnis, dass Etwas wichtiger ist, als Angst.“ (Ambrose Redmoon)

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